Mein doppelkerniger Elektronenflüsterer
Als Mitte August 2007 die technischen Daten der Canon 40D das Licht der Öffentlichkeit erblickten und ich mich entschloß, selbige anzuschaffen, war ebenso schnell klar, daß ich deutlich mehr Rechenkraft benötigen würde, um die beinahe doppelt so großen RAW-Dateien der 40D bändigen zu können. Schon die RAWs der 350D zwangen meinen alten Rechenknecht regelmäßig in die Knie und ein Anwachsen der auslastungsbedingten Zwangspausen war nicht hinnehmbar.

Wie aber an mehr Leistung kommen? Mein bisheriges System mit VIA KT133 Chipsatz, einem AMD Duron mit 1,2 GHz und 1 GB SDRAM hatte sich durch die anstehende Anschaffung überlebt. Aufrüsten wäre geistlos gewesen. Ein neuer Rechner mußte also her. Es stellte sich also die Frage, welche Anforderungen er erfüllen sollte:

Der Rechner sollte über folgende Eigenschaften verfügen:
- hohe Rechenleistung (der Leistungszuwachs sollte überdeutlich sein)
- niedriger Stromverbrauch (elektrisch heizen ist im Hochsommer nicht mein Ding)
- leise soll er sein, flüsterleise, wenn nicht sogar annähernd geräuschlos (nichts schont die Nerven so gut wie Ruhe)
- trotz allem aber auch günstig in der Anschaffung (für die 40D mußte genug übrig bleiben)

Nun mußten die idealen aufeinander abgestimmten Einzelteile für das skizzierte System gefunden werden.
In diesem Moment stieß ich durch Zufall auf ein Forum im Internet, in dem sich alles darum dreht, den Rechner leise bis lautlos zu bekommen, selbst wenn er übertaktet ist. Ich sog nun im Eiltempo alle für mich relevanten Infos aus diesem Forum und anderen Quellen auf, bis meine Auswahl der Einzelkomponenten endlich getroffen war.

Am Ende stand folgendes System auf dem Einkaufszettel:

Gehäuse Sharkoon Rebel 9 Economy Edition - black 32,- Euro
 

Es sieht sehr gut aus, verfügt über ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis und verfügt über Platz für 120mm-Lüfter an der Vorder- und Rückseite.

 
Netzteil Seasonic S12II-380 50,- Euro
  80+, halbwegs leise, Preis-/Leistungsverhältnis ist in Ordnung  
Hauptplatine Gigabyte GA-P35-DS3 87,- Euro
  Unterstützt Prozessoren in 45nm Fertigungstechnik, ATX, PCI-Express, serieller Anschluß, PATA-Anschluß, 6 SATA-Anschlüsse, PS/2-Anschlüsse, bis zu 8 GB RAM, sehr gut zum über- und untertakten geeignet, sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.  
CPU Intel Core 2 Duo E4300 75,- Euro
  Sehr leistungsfähig und relativ sparsam beim Stromverbrauch. Läßt sich hervorragend übertakten bzw. bei geringer Spannung betreiben. Gutes Preis-/Leistungsverhältnis. (Gebrauchtkauf)  
CPU-Kühlkörper mit Lüfter Scythe Ninja Plus Rev. B (SCNJ-1100+) 36,- Euro
  Exzellente Kühlleistungen, für den lüfterlosen Betrieb geeignet, noch akzeptables Gewicht und ein angemessener Preis.  
Arbeitsspeicher MDT DIMM Kit 2048MB PC2-6400U CL5 (DDR2-800) 68,- Euro
 

gut und günstig, nachträglich ergänzt durch:
MDT DIMM Kit 1024MB PC2-6400U CL5 (DDR2-800)


19,- Euro
Grafikkarte Gainward Bliss 7600 GT 256MB Passiv 67,- Euro
  PCIe, leistungsfähig genug für diverse 3D-Spiele, sehr gute passive Kühlung, geringer Stromverbrauch, 2xDVI, gutes Preis/Leistungsverhältnis (Gebrauchtkauf)  
Festplatte Samsung HD401LJ 400GB S-ATA II, 16MB Cache 71,- Euro
  Samsung-Platten haben den Ruf, nicht sehr warm zu werden. Zudem hatte ich mit ihnen in den letzten Jahren nur gute Erfahrungen gemacht.  
Bitumenbox 2 Bitumenboxen zur Geräuschdämmung der Festplatten 60,- Euro
  Handgefertigte Exemplare mit Zubehör für eine entkoppelte Verschraubung und einfachen Anschluß.  
Gehäuselüfter Scythe S-Flex 1200 (SFF21E) 12,- Euro
  sehr leise, 1,8 Watt, Anlaufspannung 4 Volt  
Lüftersteuerung 1 x Zalman Fan Mate II 3,- Euro
  gut und günstig, Regelung von 5-11 Volt  

Ergänzt wird dieses System durch Komponenten, die ich aus meinem alten Rechner übernommen hatte bzw. die später dazu kamen.

Veränderungen am Gehäuse
Um einen optimalen Luftstrom zu erzeugen, habe ich die großen seitlichen Gehäuseöffnungen verschlossen und in den Gehäuseboden ein Loch gesägt, über dem ich die Festplatten entkoppelt befestigte, um sie so auf ausreichend niedrigen Temperaturen halten zu können ohne dafür extra einen Lüfter einbauen zu müssen. Zusätzlich habe ich 4 Rollen unter das Gehäuse geschraubt, damit der Rechner über eine ausreichende Bodenfreiheit für das Bodenloch verfügt und um ihn dadurch auch leichter bewegen zu können.

Einstellungen
Die Drehzahl des Netzteillüfters wird von der Elektronik im Netzteil gesteuert.
Der entkoppelte, rückseitig angebrachte 120mm Gehäuselüfter wird mit etwa 7 Volt betrieben (800 U/Min).
Der 120mm CPU-Lüfter wird vom Mainboard gesteuert und steht meistens still.
Die CPU wurde auf 2x2,4 GHz übertaktet.

Geräuschkulisse
Es ist nur noch das leises Luftrauschen des Netzteillüfters zu hören. Nach Ablauf der Garantiezeit wird der Lüfter eventuell gegen einen noch leiseren ausgetauscht und dieser zusätzlich entkoppelt.

Fazit
Ich hätte schon viel früher das Geld ans Bein binden sollen, um mir einen leisen schnelleren Rechner zusammenzubauen. Es ist überaus angenehm, wenn der Unterschied zwischen Rechner an/aus nicht mehr all zu gravierend ist. Zudem ist der Geschwindigkeitsschub sehr viel deutlicher ausgefallen als ich erwartet hatte. Die Bildbearbeitung macht nun wieder mehr Spaß.

Das Forum von dem ich hier spreche, befindet sich auf: silenthardware.de



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