Bildsensorgröße und Crop-Faktor (Version 3.0)
Wie sich die Sensorgröße tatsächlich aufs Bild auswirkt.
In den meisten Digitalkameras werden Bildsensoren verbaut, die nicht so groß sind, wie wir das von KB-Dias und KB-Negativfilmen (Kleinbildformat: 24mm x 36mm) gewohnt sind. Das Licht wird vom Objektiv aber immer identisch in die Kamera gelenkt, so daß keine Anpassung an die Sensorgröße vorgenommen wird.
Deshalb wird im Innenraum der Kamera immer der gleich große Bereich ausgeleuchtet. Wenn der Sensor kleiner ist, fängt er deshalb nur den mittleren Teil des Bildes ein, so daß die Randbereiche fehlen und der Eindruck entsteht, daß man mit einer längeren Brennweite fotografieren würde weil man scheinbar ins Bild hineingezoomt hat. Der Crop-Faktor beschreibt das Verhältnis zwischen der tatsächlichen (physikalischen) Brennweite des Objektivs einerseits und dem Brennweiteneindruck, der durch den kleineren Bildausschnitt entstanden ist, andererseits.
Dadurch wird es an Kameras mit kleineren Sensoren notwendig, Objektive mit entsprechend kürzeren Brennweiten zu nutzen. Will man zudem auch eine annähernd identische Tiefenschärfe erzielen, muß auch die Blende weiter geöffnet werden.
Die Berechnung ist ganz einfach, man dividiert einfach die Brennweite und die Blende durch den Crop-Faktor.
| Kleinbildsensor | APS-C Sensor (Crop-Faktor 1,6) | |
| 50mm @ Blende 1.8 | => | 30mm @ Blende 1.1 |
| 85mm @ Blende 2.8 | => | 50mm @ Blende 1.8 |
| 135mm @ Blende 4 | => | 85mm @ Blende 2.5 |
| Kleinbildsensor | APS-C Sensor (Crop-Faktor 1,6) | |
| SWW-Objektiv (17mm) | => | WW-Objektiv (28mm) |
| WW-Objektiv (28mm) | => | Normalbrennweite (50mm) |
| Normalbrennweite (50 mm) | => | leichtes Teleobjektiv (85mm) |
| Telezoom (70-200mm) | => | stärkeres Telezoom, dem so eine moderate Anfangsbrennweite fehlt (110-320mm) |
Wegen der begrenzteren Freistellmöglichkeiten am Crop-Sensor, ist man u.U. gezwungen, sich lichtstärkere Objektive zuzulegen, was unterm Strich trotz kürzerer Brennweiten zu höherem Gewicht und höheren Anschaffungskosten führt.
Zusammengefaßt:
I. Kleinere Bildsensoren erfassen nur einen Ausschnitt (Crop), von dem, was ein Kleinbild-Sensor erfassen würde. Weil die Randbereiche fehlen, entsteht lediglich der falsche oberflächliche Eindruck, daß die Brennweite um den Crop-Faktor verlängert wäre. Auf die Eigenschaften der Objektive (Brennweite und Lichtstärke) haben die Sensoren keinen Einfluß.
II. Wird ein Motiv mit mehreren Kameras aufgenommen, die unterschiedlich große Bildsensoren enthalten und man nutzt das gleiche Objektiv mit der gleichen Blende bei gleicher Entfernung und beschneidet die Fotos der Aufnahmen mit größerem Sensor später auf den kleineren Bereich, den die kleineren Sensoren erfassen (praktisch nur interessant, wenn am KB kein Objektiv mit entsprechend längerer Brennweite zur Verfügung steht), dann hat man abgesehen von der unterschiedlichen Auflösung, identische Fotos vor sich. (siehe Grafiken)

